Semmi, mit Verlaub die neugierigste Ziege auf der Straniger Alm, ist immer auf dem Laufenden. Hier berichtet sie über alle Neuigkeiten von der Alm – direkt aus erster Hand.
Der Jahreswechsel bringt gewöhnlich etwas Ruhe in die Bauernstube. Die Natur liegt still unter dem Schnee, man hört keine Vögel zwitschern oder die Nachbarn im Garten nebenan. Die Stille genießt manch einer in der warmen Küche bei einer Tasse dampfend heißem Tee und dem Ausblick auf den Karnischen Kamm, wo unsere Alm liegt. Auch dort ist es still. Kein Rauch steigt aus dem Kamin, kein Geplapper hört man im Biergarten und auch die Holzstiege knarzt nicht unter den Füßen der frühaufstehenden Mitarbeiter, die sich leise in den Stall stehlen.
Die Landwirtschaft ruht, die Geräte sind sauber aufgeräumt, Heu ist gestapelt, Holz für den Winter gehackt, und wir dürfen nun rasten und Kräfte für den nächsten Bauernsommer sammeln.
Nur das Vieh zieht uns in den frühen Stunden, noch vor Tagesanbruch, aus dem warmen Bett. Kurz den Körper strecken, laut gähnen, so wie der Hund es fröhlich an der Tür vormacht. Das Stallgewand überstreifen und raus geht es in die sich langsam verabschiedende Nacht. Draußen vor dem Haus ist es dunkel, kalt und der Boden ist gefroren. Die Schneehaufen haben sich in Eisbrocken verwandelt. Eine Stille umgibt uns, nur das Knirschen hört man unter den Sohlen, wenn wir zum Stall durch den Schnee stapfen.
Die Stalltür knarrt leise in den Morgen unseres Dorfes und das aufflammende Licht lässt die Ziegen langsam aufwachen. Die Kühe drehen den Kopf, bemühen sich aber nicht aufzustehen. Es ist noch Zeit bis zur Melkzeit und das nutzen sie aus und schlummern vor sich hin. Im Stall ist es warm, die Vöglein wissen um diese Vorzüge und sind täglich zu Gast.
Mit zweimaligem Bellen hinter der Stalltür signalisiert uns der Hund, dass seine morgendliche Runde vollendet ist und er nun bereit ist, im Stall nach dem Rechten zu schauen. Langsam kommt Bewegung in den Ziegenstall und der Hund schaut, aufgeregt an der Stelle tretend, durch die Spalten im Tor hinein. Seit ein paar Wochen ist es endlich wieder so weit und die Kitze kommen nach und nach zur Welt. Sobald die Mutterziegen gähnend aufstehen, springen auch diese auf und suchen die Euter, vorzugsweise die der eigenen Mutter. Das ist nicht immer leicht, überall drängt sich ein Junges an die Zitzen. Irgendwann hat jedes eine gefunden und stillt seinen Hunger, während die Ziegen meist geduldig stehen bleiben. Die Böcke schauen dem Spektakel zu. Der eine bleibt liegen und hält Ausschau, ob ein Armvoll Heu hineingetragen wird und es Zeit zum Aufstehen wird. Der andere springt auf und zeigt sein weißes Fell von allen Seiten, während er den Kitzen und Ziegen ausweicht, die sich zwischendurch in alle Richtungen drängeln. Sechs wunderschöne, samtige Wesen, die den Vater, einen gämsfarbigen Gebirgsziegenbock, nicht leugnen können, erfreuen unsere Herzen und zaubern ein Lächeln in unsere Gesichter.
Nachdem wir gemolken, das Vieh getränkt und gefüttert haben, kraulen wir jede Kuh und Ziege mindestens einmal hinter dem Ohr. Wenn aufgeräumt und die Milch ausgeliefert ist, ist es für uns Zeit, die Bauernküche aufzusuchen, die inzwischen dank des Holzofens gemütlich warm ist. Wir richten uns heißen Tee oder frische Milch, Brot oder Müsli zum Frühstück und warten ab, was der Tag mit sich bringt. Wird es ein Einkauf, Schneeräumen, eine Käsebestellung vorbereiten oder ein Spaziergang sein? Kein Tag ist wie der andere. Das Wetter bestimmt mit. Manchmal schüttet Frau Holle die Betten aus. Ein anderes Mal kippt ein Schalk die Gießkannen voller Regen über unsere Dächer. Am schönsten ist es, wenn der Himmel sich ab dem Sonnenaufgang blau färbt und die Sonne das Gailtal mit einem strahlenden, warmen Tag beschenkt.
Und so vergehen die Tage, und wir schauen zu, wie sich der Frühling nähert. Seit dem Jahresbeginn sehen wir der Sonne in der Küche zu, wie sie jeden Tag ein paar Minuten länger die Fliesen an der Wand zum Leuchten bringt. Sogar die Schattenseite des Tals erfreut sich nach ein paar Wochen an Sonnenstrahlen, die für einen Augenblick ihre Dächer streicheln. Nun heißt es rasten, Ruhe genießen und die Vorfreude auf die kommende Saison langsam und leise in uns aufsteigen zu spüren.
Wir betreiben eine Milchvieh- und Jungviehalm (55 Milchkühe, 42 Milchziegen,120 Jungvieh und zehn Schweine) mit Sennerei. Wir verarbeiten während des Sommers etwa 50000 Liter Milch zu Käse, Butter, Joghurt, Topfen, Ziger uvm. Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb, gibt es noch den Ausschank mit Übernachtungsmöglichkeit. Weil es uns ein Anliegen ist, unser Wissen weiterzugeben, bieten wir unseren Besuchern im Sommer zahlreiche Kurse an: Käsekurse, Kräuterkurse… Den Gästen möchten wir so viele Produkte wie möglich aus der eigenen Landwirtschaft anbieten. Daher sind wir bemüht so viel möglich selber zu erzeugen und bringen das in unseren Betrieb ein bzw. verkaufen vor Ort in unserer „Käsehütte“. Insgesamt arbeiten wir im Team (5-6 Personen), das während des Sommers sehr oft zur kleinen Familie wird. Freie Jobs findest du ganz unten. Mehr Informationen zu uns sind auf unserer Homepage zu finden.
Wo sind wir:
Mitten in den Karnischen Alpen, also genauer gesagt im Gailtal/Kärnten – in der Nähe der italienischen Grenze.
Für welchen Zeitraum suchen wir:
Wir benötigen in der Zeit Mitte/Ende Mai bis Mitte September Hilfe, gerne kann es im Herbst auch ein wenig länger sein. Es gibt genügend Arbeit beim Einwintern und genügend Berge die man in der näheren Umgebung bewandern kann.
Was wir uns wünschen:
Personen, die selbständig, organisiert, ordentlich, zielgerichtet, sauber mit Einsatzbereitschaft, Teamgeist und Motivation bei der Sache ist. Vorerfahrungen wären gut – es bedarf aber keiner abgeschlossenen Ausbildung für die freien Jobs.
Worauf wir uns freuen:
Bald von dir zu hören und dich kennenzulernen
Wie sind wir zu erreichen:
Wenn du dich für einen oder mehrere Jobs interessierst, kannst du uns hier erreichen:
Derzeit freie Jobs:
Almkoch (m,w,d) Eine Allroundkraft, deren Hauptaugenmerk auf der Küche liegt. Wenn dir die Zubereitung von Hausmannskost (typische Hüttengerichte) Spaß macht, bist du bei uns schon richtig. Nachdem wir ein kleines Team und alle recht flexibel sind, ist es nach Absprache jederzeit möglich, auch in der Sennerei, beim Vieh oder wo gerade Hilfe benötigt wird, mitzuhelfen. Natürlich ist die Arbeit nicht unentgeltlich und wird gut bezahlt – dass während dieser Zeit alle Sozialleistungen, Unterkunft und Verpflegung vorhanden sind, versteht sich von selbst. Mehr…
almwirtschaftliche Servicekraft(m,w,d) mit der Möglichkeit auch bei Ziegen und in der Sennerei dabei zu sein Eine Servicekraft, die sich in der Betreuung der Tages- und Übernachtungsgäste ausleben darf. Unsere Gäste sind Wanderer, die den Karnischen Höhenweg bezwingen, Motorradfahrer auf der Offroadstrecke nach Italien oder Familien im Urlaub auf der Alm. Nicht zuletzt besuchen uns die Einheimischen aus dem Tal, sowie unsere Bauern, die du spätestens beim Almauftrieb persönlich kennenlernen wirst. Mehr…
Kuhhirte mit Allrounderqualitäten (m,w,d) Einen Kuhhirten, der sich rund um und im Haus flexibel einbringt. Dazu gehören die Koppelpflege, Kuhbetreuung, Brennholz Vorbereitung und viel mehr, sowie die Käsepflege oder Hintergrundarbeit rund um die Gastwirtschaft. Nachdem wir ein kleines Team und alle recht flexibel sind, unterstützen wir uns, wo gerade Hilfe benötigt wird. Mehr…
Zusenn (m,w,d) Eine Person, die sich in den Bereichen der Kuhbetreuung und der Sennerei engagiert ausleben möchte. Dazu gehören die morgendliche Stallarbeit, sowie das Kühe holen und melken am Nachmittag. Im Bereich der Käseherstellung unterstützt du den Senner vollumfänglich und hilfst bei der Käsepflege mit. Mehr…
Hirte (m,w,d) Einen Hirten oder Hirtin für Jungvieh, der unser Galtvieh auf den Koppeln oberhalb der Straniger Alm betreut. Im Frühling werden die Koppeln aufgebaut und über den Sommer gewartet. Die Wasserversorgung muss gewährleistet und der Gesundheitszustand der Tiere beobachtet werden. Ein Highlight ist ein eigenes Domizil mit traumhafter Aussicht oben auf dem Berg mitten in den Koppeln. Mehr…
Springer (m,w,d) Wir suchen eine vielseitige Persönlichkeit, die Abwechslung liebt und schon immer alle Bereiche des Almlebens kennenlernen wollte – eine echte Allroundkraft, ein „Wunderwuzzi“. Als Springer/in bist du täglich in einem anderen Aufgabenbereich im Einsatz und vertrittst jene Person, die diesen Bereich normalerweise übernimmt. Es gibt ein festes Rotationssystem. Mehr…
Praktikant (m,w,d) Praktikanten für die Bereiche Gastronomie und Landwirtschaft. Du kannst uns bei der Betreuung der Tages- und Übernachtungsgäste unterstützen, sowohl in der Küche, im Hintergrund oder im Service. In der Landwirtschaft kannst du dein Wissen und Können bei der Betreuung der Stalltiere einbringen und erweitern. Ebenso bieten wir dir die Möglichkeit, bei der Milchverarbeitung sowie Käsepflege aktiv tätig zu sein.
Lust auf einen Kräuterkurs auf der Alm? Dann jetzt anmelden!
Kräuterkurs und Kräuterwanderung auf der Straniger Alm
Warum Sie einen Kräuterkurs besuchen sollten: Nichts hat für uns einen höheren Stellenwert als die eigene Gesundheit. Sind wir doch mal angeschlagen, so können Heilpflanzen eine ergänzende Heilwirkung bei verschiedenen Beschwerdebildern entfalten oder gar vorbeugend wirken. Egal ob Tinkturen, Tees, Kräuteröle, Salben oder andere Kosmetikprodukte – Wildkräuter, Unkräuter oder Küchenkräuter erfahren wieder den Wert, den sie verdienen. Denn wie Hippokrates von Kos schon 400 v.Chr. schrieb: “Der Arzt hilft – die Natur heilt!”
Inhalt des Kräuterkurses
Beim Kräuterkurs auf der Straniger Alm mit geführter Kräuterwanderung befassen wir uns mit Wildkräutern – wie Sie diese bestimmen können – welche Inhaltsstoffe diese bieten und welche Heilwirkungen ihnen zuteil werden. Dabei sammeln wir Wildkräuter, die wir anschließend verarbeiten und genießen.
Ein Käsekurs auf der Alm ist mehr als nur ein Workshop – es ist ein echtes Erlebnis inmitten der Natur. Auf der Straniger Alm in Kärnten lernst du, wie aus frischer Milch Schritt für Schritt dein eigener Käse entsteht. Umgeben von den Karnischen Alpen tauchst du in die traditionelle Käseherstellung ein und erlebst echtes Handwerk hautnah.
Ob als Ausflug, Urlaubserlebnis oder besonderes Geschenk: In unserem Käsekurs in Kärnten verbinden sich Natur, Genuss und Wissen auf einzigartige Weise.
Käse selber machen – Schritt für Schritt erleben
In unserem Käsekurs auf der Alm zeigen wir dir, wie Käse ursprünglich hergestellt wird – ganz ohne industrielle Prozesse.
Du lernst unter anderem:
wie frische Milch verarbeitet wird
welche Rolle Lab und Kulturen spielen
wie Bruch entsteht und weiterverarbeitet wird
wie Käse gepresst, gesalzen und gereift wird
Dabei arbeitest du aktiv mit und stellst deinen eigenen Käse her. So bekommst du ein tiefes Verständnis für das traditionelle Käsehandwerk.
Einzigartiger Käsekurs in den Alpen
Was unseren Käsekurs in Österreich besonders macht, ist der Ort: die Straniger Alm im wunderschönen Kärnten.
Hier erwartet dich:
echte Almwirtschaft mit eigener Milchproduktion
traditionelle Herstellungsmethoden
eine familiäre und persönliche Atmosphäre
beeindruckende Berglandschaft der Karnischen Alpen
Der Käsekurs wird so zu einem authentischen Erlebnis, das du so nur auf einer Alm erleben kannst.
Für wen ist der Käsekurs geeignet?
Unser Käsekurs richtet sich an alle, die:
Käse selber machen lernen möchten
Interesse an regionalen Lebensmitteln haben
ein besonderes Erlebnis in den Alpen suchen
ihren Urlaub in Kärnten aktiv gestalten wollen
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – du wirst Schritt für Schritt angeleitet.
Käsekurs & Urlaub auf der Alm verbinden
Viele unserer Gäste verbinden den Käsekurs mit einem Aufenthalt auf der Alm. So kannst du das Erlebnis noch intensiver genießen.
Rund um die Straniger Alm erwarten dich:
Wanderungen in unberührter Natur
regionale Kulinarik
Ruhe und Entschleunigung fernab vom Alltag
Ein Käsekurs mit Übernachtung auf der Alm ist die perfekte Kombination aus Lernen, Genuss und Erholung.
Käsekurs in Kärnten – Termine & Ablauf
Unsere Käsekurse Termine finden regelmäßig während der Almsaison statt.
Typischer Ablauf:
Begrüßung und Einführung in die Käseherstellung
Gemeinsames Käsen mit Anleitung
Verarbeitung und Verkostung
Einblicke in die Almwirtschaft
Am Ende nimmst du nicht nur Wissen, sondern auch deinen selbstgemachten Käse mit nach Hause.
Häufige Fragen zum Käsekurs
Wie lange dauert der Käsekurs?
Der Kurs dauert in der Regel mehrere Stunden und bietet ausreichend Zeit für Praxis und Fragen.
Muss ich Vorkenntnisse haben?
Nein, der Käsekurs ist auch für Anfänger bestens geeignet.
Kann ich Käse mitnehmen?
Ja, du Käse aus unserer Käsehütte mitnehmen. Oder uns ganz bequem von zu Hause aus im Winter kontaktieren und wir schicken dir ein Paket.
Gibt es Übernachtungsmöglichkeiten?
Ja, auf der Straniger Alm kannst du auch übernachten und deinen Aufenthalt verlängern.
Jetzt Käsekurs auf der Alm buchen
Erlebe, wie Käse wirklich entsteht, und genieße einen unvergesslichen Tag in den Bergen.
Sichere dir jetzt deinen Platz im Käsekurs in Kärnten und entdecke die Kunst der traditionellen Käseherstellung auf der Alm. Hier kannst du deinen Kursplatz buchen.
Course Details
Käsekurs auf der Alm – Käse selber machen lernen in Kärnten
Das Wissen von der Käseherstellung wird auf der Alm alljährlich erneuert und steht in der Sennerei jeden Tag praktisch auf dem Prüfstand. Der Kurs bietet die Möglichkeit unsere Erkenntnisse daraus weiterzugeben. Wissen soll lebendig sein, damit das traditionelle Sennerhandwerk, wie es in seiner Einfachheit auf vielen Almen noch angewandt wird, nicht verloren geht, und damit es zugleich von neuen und originellen Einfällen bereichert werden kann.
Darum bieten wir Ihnen mit der Teilnahme an einem Käsekurs einen Einblick in die tägliche Sennerpraxis. Hier erfahren Sie, wie frische Rohmilch zu Käse wird, wie Sie das Wissen ‘im eigenen Kessel’ umsetzen können und warum der Senner so weiche Haut hat.
Der Käsekurs besteht aus:
– theoretischer Teil inklusive Einführung in das Almsennen
– umfangreicher praktischer Teil, u.a. Herstellung von Schnittkäse od. Hartkäse, Butter
– Jause mit frisch hergestellten Almmilchprodukten
– für den Käsekurs erhalten Sie ein Senner-Diplom
die Termine 2026 finden Sie im Link unten:
Provider Details
Provider Name : Käsekurs Straniger Alm Klaus Kanzian
Hinter der Almhütte steht etwas versteckt neben dem Kräuterbeet unser Steinofen. Guido, unser Koch, hat ihn vor einigen Stunden eingeheizt und trägt jetzt eine große Holzplatte mit 6 langen Brotlaiben auf der Schulter hinaus. Als er die eisenbesetzte Tür öffnet, steigen dicke weiße Qualmwolken aus dem Inneren und für einen Moment verschlucken sie ihn fast vollständig. Dafür steigen die Hitze der Holzkohle und der Geruch nach dunkler Brotkruste aus der Wolke und mit ihnen die Erkenntnis, dass Brotbacken ein richtig kraftvolles Handwerk ist. Es hat etwas Brachiales wie er mit dem Eisenschieber in die Hitze greifen und die Glut zu den Seiten schieben muss, um dem Brot Platz zu machen, und wie in das brennende Weiß hinein der tropfnasse Lappen geschoben und Asche und Kohle vom Boden gewischt werden muss. Dabei zischt und qualmt es unentwegt und je nachdem wie der Wind sich dreht, steigt der Rauch, stiebt in wildem Wechsel nach rechts und links oder bläst ihm die heiße Luft mitten ins Gesicht.
Ein Teil des Holzes rechts brennt noch nicht richtig und qualmt aus Kamin und Türöffnung weiter, die linke Hälfte ist bereit für das Brot und von gleichmäßig rotweißer Glut gesäumt. Da hinein will der Laib, nah genug und doch in gebührendem Abstand zur Glut, damit es ihm nicht die Haut verbrennt! Und Guido schiebt erst einen, dann immer mehr Laibe mit dem eisernen Brotschieber an ihren Platz, bis alle sechs liegen und backen und darauf warten, sich ausdehnen und garen zu können, sobald die Tür sich wieder schließt und sie mit der Glut allein sind.
Er atmet durch, tritt einen Schritt zurück und steht wieder vor der Almkulisse mit bergigem Grün und hüpfenden Glocken. Jetzt ist alles getan, was er beitragen kann zum gelingen der Brote, der Rest obliegt der Hitze der Steine, dem Feuer und der Glut. Dem Beobachter bleibt die Energie dieser archaischen Handlung und der Duft, der schon unzählbaren Generationen vor uns das Wasser im Munde hat zusammen laufen lassen.
Morgens und abends werden wir Ziegen und Kühe gut versorgt – ab und zu kriegen auch wir schon mal einen Löwenzahn zum Nachtisch – aber dazwischen sind alle fast nur noch auf Achse…
Die Sonne lacht vom Himmel, die Obstbäume stehen mittlerweile in voller Blüte. Da wird’s Zeit, die Bienenstöcke zu kontrollieren und zu reinigen. Kräuter und Blüten werden gesammelt für die ersten selbst gemachten Eissorten und die Herstellung von Tee und Kräutersalz, Gerätschaften besorgt für Acker und Alm und Schilder gemalt, damit man uns im Sommer auch findet. Gestern ist das Alm-Team ausgeflogen ins Lesachtal und heute Richtung Millstädter See (dabei ist’s hier doch genauso schön)! Doch mit Freizeit hat das wohl alles weniger zu tun: Käsebestellungen müssen ausgeliefert werden, Einkäufe gemacht, der Austausch mit Käsereikollegen gepflegt – das Planen und Vorbereiten hat noch lange kein Ende…
Veilchen
Gut, dass der erste Schwung Gemüse bereits gesät und gepflanzt ist, denn Pico ist für eine Woche zum Seminar nach Deutschland gefahren und lernt in seiner Ausbildung immer wieder Neues dazu. Auch auf der Alm gibt’s dieses Jahr vieles zu lernen und entdecken für alle, die sich z.B. dafür interessieren, wie aus unsrer Milch der leckere Käse und die gute Butter gemacht werden, und ihr dürft es sogar selbst ausprobieren. Oder ihr erfahrt, wofür ihr die vielen verschiedenen Kräuter verwenden könnt, die um unsre Hütte wachsen. Kommt uns doch einfach mal besuchen und seht selbst, wie schön wir’s dort oben haben – ich finde, da gibt es nichts zu meckern! Ich jedenfalls freu mich schon jetzt auf den Sommer!
Uiii… heute hat’s plötzlich aus der Küche gedampft und geduftet wie auf der Alm! Da kamen immer Düfte aus der Sennerei, die mir das Wasser im Munde zusammenlaufen ließen; nach frischem Schotten, feinem Käse… ach, wie sehne ich unseren Sommerurlaub herbei!
Und heute, ich dacht’ ich träume, da steigt mir doch genau so ein feiner Käsedampf in die Nase und bei genauerem Lauschen erfahre ich, dass die Herrschaften einfach schon ohne mich loslegen und erste Mozzarella-Stränge zurecht ziehen. Anschließend landen köstliche kleine Kugeln im Salzwasser und kurz darauf höre ich sie schon schmatzen – natürlich ohne nach meiner fachkundigen Meinung zu fragen, denen werd’ ich was meckern, sobald ich aus dem Stall komme! Mähää!
Noch haben alle ein bisschen Zeit, mich hin und wieder im Ziegenstall zu besuchen, bevor es im Juni dann auf die Alm geht. Und was mir dabei zu Ohren kommt, klingt vielfältig und sehr spannend.
Eine Woche haben Pico, Anna und Anke nun schon auf dem Gemüsefeld in
Stranig verbracht. Es ist ein knapp 1.000qm großer Acker mit dunkler,
sandiger Erde, der parallel zu einem kleinen Nebenarm der Gail liegt.
Nach der ersten Düngung und Bodenbearbeitung hat Pico seine zur Perfektion gebrachte Anbauplanung vom Papier auf die Erde übertragen und viele Beete und Wege abgesteckt und Reihen gezogen, in die Anna und Anke die zu Hause vorgekeimten Kartoffeln gesetzt haben. Der erste Satz Salat- und Kohlrabi-Pflänzchen wächst – gegen eventuelle Nachtfröste noch von einem Vlies geschützt – munter vor sich hin. Mmh, das würde mir jetzt auch gut schmecken, ist aber wohl leider für die Almbesucher gedacht, die Guido damit bekochen wird.
Viele Tüten Saatgut wurden bereits ausgesät: Möhren, Rettich, Mangold,
Rote Bete, Radieschen, Spinat, Dicke Bohnen, Erbsen und Zuckerschoten.
Dazwischen wurden verschiedene Kräuter verteilt und bunte Blumenmischungen umrahmen das Feld und die zwischen den Beeten entstandenen Trampelpfade. Und weil die Menschen sich auch gern mal ausruhen, haben sie sich ein Eckchen am Bach eingerichtet mit Tisch und Stühlen, die ihnen eine nette Nachbarin spendiert hat. Die Tomaten- und Paprikapflanzen daheim auf der Fensterbank sind schon
in die nächste Topfgröße verpflanzt worden. Bis die aber ins Freie dürfen, wird es wohl eine Weile dauern…auf den Bergen rundherum liegt immerhin noch zum Teil meterhoch der Schnee! Doch im Tal ist der Frühling schon angekommen, die Bienen machen erste Erkundungsflüge, die Sonne wärmt Mensch und Tier und die Blümlein sprießen auf den Wiesen und am Bach! Der rauscht nach zwei Regentagen mit 60l/qm (!) mal wieder besonders laut am Stall vorbei. Bei so einem Wetter nimmt sich Klaus immer wieder Zeit für Angelegenheiten, die rund um die bevorstehende Almsaison gut durchdacht und organisiert sein wollen: die Kurse, die den Sommer über statt finden werden, die Bearbeitung der bereits eingehenden
Urlaubsbuchungen, die Zusammenstellung des Helferteams, Pressetermine
und die Vermarktung des gut gereiften Käses (so köstlich!) vom letzten
Jahr. Was sein muss, muss sein!
Sonnige Frühlingstage wünscht euch bis demnächst
Eure Semmi
P.S. Meine Freundin Sterni hat letzte Woche Zwillinge bekommen – so liab
– määääh!
Das Team der Straniger Alm verlost 10 Stirnbänder unter allen Unterstützern!
Helft uns, das Ziel zu erreichen und unser Projekt Alm (er-) leben ! umzusetzen! Jeder Schilling zählt und jede Mark hilft. 😉 Es gibt parallel zur Crowdfunding-Kampagne ein Unterstützer-Konto, auf das ganz klassisch per Überweisung eine beliebige Summe zur Unterstützung des Projekts – und nur dazu – eingezahlt werden kann. Unser Dankeschön ist eine freie Übernachtung im Bettenlager auf der Alm (ab einem Unterstützerwert von 30€). Wer unser Vorhaben unterstützen möchte, kann das in dieser Form tun (IBAN: AT41 3936 4000 0043 5982). Mit etwas Glück gewinnt er dabei ein buntes Stirnband!
Die Vorbereitungen im Tal laufen auf Hochtouren, wie ich sehe: Ständig verschwitzte Menschen, die zu mir in den Stall kommen, um mich zu streicheln…
Sie pflücken frischen Bärlauch für den berühmten Bärlauch-Topfen, säen scharfe Kapuzinerkresse und süße Melone: “Petit Gris”, “Jarylo”, “Karamell”, pikieren Paprika und Melanzani.
Und auch bei uns im Stall brechen die Frühlingsgefühle aus! Wir können es kaum erwarten, unserem Nachwuchs den Ort zu zeigen, wo wir am liebsten Urlaub machen: Die Alm! Ach ja, und Ares, der sich für besonders schlau hält, trainiert schonmal seine Muskeln für den Sommer…