Autor: Semmi_weiß_was

Winter im Gailtal

Unser Nachwuchs im Schnee

Der Jahreswechsel bringt gewöhnlich etwas Ruhe in die Bauernstube. Die Natur liegt still unter dem Schnee, man hört keine Vögel zwitschern oder die Nachbarn im Garten nebenan. Die Stille genießt manch einer in der warmen Küche bei einer Tasse dampfend heißem Tee und dem Ausblick auf den Karnischen Kamm, wo unsere Alm liegt. Auch dort ist es still. Kein Rauch steigt aus dem Kamin, kein Geplapper hört man im Biergarten und auch die Holzstiege knarzt nicht unter den Füßen der frühaufstehenden Mitarbeiter, die sich leise in den Stall stehlen.

Die Landwirtschaft ruht, die Geräte sind sauber aufgeräumt, Heu ist gestapelt, Holz für den Winter gehackt, und wir dürfen nun rasten und Kräfte für den nächsten Bauernsommer sammeln.

Nur das Vieh zieht uns in den frühen Stunden, noch vor Tagesanbruch, aus dem warmen Bett. Kurz den Körper strecken, laut gähnen, so wie der Hund es fröhlich an der Tür vormacht. Das Stallgewand überstreifen und raus geht es in die sich langsam verabschiedende Nacht. Draußen vor dem Haus ist es dunkel, kalt und der Boden ist gefroren. Die Schneehaufen haben sich in Eisbrocken verwandelt. Eine Stille umgibt uns, nur das Knirschen hört man unter den Sohlen, wenn wir zum Stall durch den Schnee stapfen.

Die Stalltür knarrt leise in den Morgen unseres Dorfes und das aufflammende Licht lässt die Ziegen langsam aufwachen. Die Kühe drehen den Kopf, bemühen sich aber nicht aufzustehen. Es ist noch Zeit bis zur Melkzeit und das nutzen sie aus und schlummern vor sich hin. Im Stall ist es warm, die Vöglein wissen um diese Vorzüge und sind täglich zu Gast.

Mit zweimaligem Bellen hinter der Stalltür signalisiert uns der Hund, dass seine morgendliche Runde vollendet ist und er nun bereit ist, im Stall nach dem Rechten zu schauen. Langsam kommt Bewegung in den Ziegenstall und der Hund schaut, aufgeregt an der Stelle tretend, durch die Spalten im Tor hinein. Seit ein paar Wochen ist es endlich wieder so weit und die Kitze kommen nach und nach zur Welt. Sobald die Mutterziegen gähnend aufstehen, springen auch diese auf und suchen die Euter, vorzugsweise die der eigenen Mutter. Das ist nicht immer leicht, überall drängt sich ein Junges an die Zitzen. Irgendwann hat jedes eine gefunden und stillt seinen Hunger, während die Ziegen meist geduldig stehen bleiben. Die Böcke schauen dem Spektakel zu. Der eine bleibt liegen und hält Ausschau, ob ein Armvoll Heu hineingetragen wird und es Zeit zum Aufstehen wird. Der andere springt auf und zeigt sein weißes Fell von allen Seiten, während er den Kitzen und Ziegen ausweicht, die sich zwischendurch in alle Richtungen drängeln. Sechs wunderschöne, samtige Wesen, die den Vater, einen gämsfarbigen Gebirgsziegenbock, nicht leugnen können, erfreuen unsere Herzen und zaubern ein Lächeln in unsere Gesichter.

Nachdem wir gemolken, das Vieh getränkt und gefüttert haben, kraulen wir jede Kuh und Ziege mindestens einmal hinter dem Ohr. Wenn aufgeräumt und die Milch ausgeliefert ist, ist es für uns Zeit, die Bauernküche aufzusuchen, die inzwischen dank des Holzofens gemütlich warm ist. Wir richten uns heißen Tee oder frische Milch, Brot oder Müsli zum Frühstück und warten ab, was der Tag mit sich bringt. Wird es ein Einkauf, Schneeräumen, eine Käsebestellung vorbereiten oder ein Spaziergang sein? Kein Tag ist wie der andere. Das Wetter bestimmt mit. Manchmal schüttet Frau Holle die Betten aus. Ein anderes Mal kippt ein Schalk die Gießkannen voller Regen über unsere Dächer. Am schönsten ist es, wenn der Himmel sich ab dem Sonnenaufgang blau färbt und die Sonne das Gailtal mit einem strahlenden, warmen Tag beschenkt.

Und so vergehen die Tage, und wir schauen zu, wie sich der Frühling nähert. Seit dem Jahresbeginn sehen wir der Sonne in der Küche zu, wie sie jeden Tag ein paar Minuten länger die Fliesen an der Wand zum Leuchten bringt. Sogar die Schattenseite des Tals erfreut sich nach ein paar Wochen an Sonnenstrahlen, die für einen Augenblick ihre Dächer streicheln. Nun heißt es rasten, Ruhe genießen und die Vorfreude auf die kommende Saison langsam und leise in uns aufsteigen zu spüren.

Kräuterkurs auf der Straniger Alm

Kräuterkurs auf der Straniger Alm
Lust auf einen Kräuterkurs auf der Alm? Dann jetzt anmelden!

Kräuterkurs und Kräuterwanderung auf der Straniger Alm

Warum Sie einen Kräuterkurs besuchen sollten: Nichts hat für uns einen höheren Stellenwert als die eigene Gesundheit. Sind wir doch mal angeschlagen, so können Heilpflanzen eine ergänzende Heilwirkung bei verschiedenen Beschwerdebildern entfalten oder gar vorbeugend wirken. Egal ob Tinkturen, Tees, Kräuteröle, Salben oder andere Kosmetikprodukte – Wildkräuter, Unkräuter oder Küchenkräuter erfahren wieder den Wert, den sie verdienen. Denn wie Hippokrates von Kos schon 400 v.Chr. schrieb: “Der Arzt hilft – die Natur heilt!”

Inhalt des Kräuterkurses

Beim Kräuterkurs auf der Straniger Alm mit geführter Kräuterwanderung befassen wir uns mit Wildkräutern – wie Sie diese bestimmen können – welche Inhaltsstoffe diese bieten und welche Heilwirkungen ihnen zuteil werden. Dabei sammeln wir Wildkräuter, die wir anschließend verarbeiten und  genießen.

  • bei Regenwetter entfällt die Kräuterwanderung
  • Ausrüstung: gutes Schuhwerk, Sammelbehältnis
  • Dauer: ca. 2,5 Stunden
  • Preis für erwachsene Personen: € 25
  • Mindestteilnehmerzahl: 4 Erwachsene (max. 10 Erwachsene)
  • Termine: samstags 14:00 bis 16:30 Uhr – die genauen Termine finden sie hier
  • Vortragende: Klara Obernosterer – zur Homepage

Termine im Sommer 2026

Käsekurs Straniger Alm
Käsekurs in der Sennerei
  • Auftrieb Milchvieh: 6.6.2026 (voraussichtlich)
  • Rundgang ‘Alm (er-) leben!’ & Käseverkostung:
    • Termine jeden Di. & Sa. Termine noch nicht fixiert
  • Käsekurs: Termine jeden Freitag (bei erreichter Teilnehmerzahl): Anmeldung hier
    • 26.6.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 3.7.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 10.7.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 17.7.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 24.7.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 31.7.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 7.8.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 14.8.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 21.8.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 28.8.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte
    • 4.9.2026 Beginn 9 Uhr Treffpunkt vor der Hütte (noch nicht fix)
    • Sondertermine für Gruppen sowie Geschenkgutscheine auf Anfrage
  • Kräuterwanderung auf der Straniger Alm: Termine finden immer donnerstags statt (bei erreichter Teilnehmerzahl):
    • noch keine Termine fixiert
  • Almkirchtag:
    • kein Termin fixiert
  • Almerlebnistag:
    • 22.7.2026 Anmeldung und Informationen unter:
  • Abtrieb Milchvieh:
    • Samstag, 5.9.2029
  • Saisonende:
    • 26.10.2026 (voraussichtlich – bei Schlechtwetter auch früher)

zu den Kursbeschreibungen geht es hier

Auf Achse…

Morgens und abends werden wir Ziegen und Kühe gut versorgt – ab und zu kriegen auch wir schon mal einen Löwenzahn zum Nachtisch – aber dazwischen sind alle fast nur noch auf Achse…

Die Sonne lacht vom Himmel, die Obstbäume stehen mittlerweile in voller Blüte. Da wird’s Zeit, die Bienenstöcke zu kontrollieren und zu reinigen. Kräuter und Blüten werden gesammelt für die ersten selbst gemachten Eissorten und die Herstellung von Tee und Kräutersalz, Gerätschaften besorgt für Acker und Alm und Schilder gemalt, damit man uns im Sommer auch findet. Gestern ist das Alm-Team ausgeflogen ins Lesachtal und heute Richtung Millstädter See (dabei ist’s hier doch genauso schön)! Doch mit Freizeit hat das wohl alles weniger zu tun: Käsebestellungen müssen ausgeliefert werden, Einkäufe gemacht, der Austausch mit Käsereikollegen gepflegt – das Planen und Vorbereiten hat noch lange kein Ende…

Veilchen

Veilchen

Gut, dass der erste Schwung Gemüse bereits gesät und gepflanzt ist, denn Pico ist für eine Woche zum Seminar nach Deutschland gefahren und lernt in seiner Ausbildung immer wieder Neues dazu. Auch auf der Alm gibt’s dieses Jahr vieles zu lernen und entdecken für alle, die sich z.B. dafür interessieren, wie aus unsrer Milch der leckere Käse und die gute Butter gemacht werden, und ihr dürft es sogar selbst ausprobieren. Oder ihr erfahrt, wofür ihr die vielen verschiedenen Kräuter verwenden könnt, die um unsre Hütte wachsen. Kommt uns doch einfach mal besuchen und seht selbst, wie schön wir’s dort oben haben – ich finde, da gibt es nichts zu meckern! Ich jedenfalls freu mich schon jetzt auf den Sommer!

Also bis dann?

Eure Semmi

10 Tage – Der Countdown läuft!

Das Team der Straniger Alm verlost 10 Stirnbänder unter allen Unterstützern!

Helft uns, das Ziel zu erreichen und unser Projekt Alm (er-) leben ! umzusetzen! Jeder Schilling zählt und jede Mark hilft. 😉 Es gibt parallel zur Crowdfunding-Kampagne ein Unterstützer-Konto, auf das ganz klassisch per Überweisung eine beliebige Summe zur Unterstützung des Projekts – und nur dazu – eingezahlt werden kann. Unser Dankeschön ist eine freie Übernachtung im Bettenlager auf der Alm (ab einem Unterstützerwert von 30€). Wer unser Vorhaben unterstützen möchte, kann das in dieser Form tun (IBAN: AT41 3936 4000 0043 5982). Mit etwas Glück gewinnt er dabei ein buntes Stirnband!

Die Vorbereitungen im Tal laufen auf Hochtouren, wie ich sehe: Ständig verschwitzte Menschen, die zu mir in den Stall kommen, um mich zu streicheln…
Sie pflücken frischen Bärlauch für den berühmten Bärlauch-Topfen, säen scharfe Kapuzinerkresse und süße Melone: “Petit Gris”, “Jarylo”, “Karamell”, pikieren Paprika und Melanzani.

Und auch bei uns im Stall brechen die Frühlingsgefühle aus! Wir können es kaum erwarten, unserem Nachwuchs den Ort zu zeigen, wo wir am liebsten Urlaub machen: Die Alm! Ach ja, und Ares, der sich für besonders schlau hält, trainiert schonmal seine Muskeln für den Sommer…

Halbzeit – Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch 16 Tage!

Die Zeit rennt und der Schnee schmilzt…

Ein Teil des Teams hat sich bereits im Gailtal zusammengefunden und ist fleißig, wie ich sehe. An ihren Vorbereitungen will ich euch hier teilhaben lassen, denn die Reichweite des Projekts “Alm (er-) leben !” wächst ständig: Neben zahlreichen Beiträgen und Zusprüchen in sozialen Netzwerken sind im Gailtal-Journal, in der Kleinen Zeitung und im Kärntner Bauer drei Artikel erschienen, und schon jetzt hat sich eine Vielzahl von Alm-Besuchern angekündigt, um die Umsetzung des Projekts vor Ort mitzuerleben.

Heute findet die Erstbesichtigung des Gemüseackers statt, erste Aussaaten beginnen zu keimen und manche Pflänzchen sind bereits in größere Töpfe umgezogen. Damit für die Almküche auch rechtzeitig Kartoffeln geerntet werden können, keimen sie schon mal in Holzkisten vor: Annabell, Gunda, Blue Congo, Violetta, Bamberger Hörnchen, Rote Emmalie, Birkers Knolle… ich wünschte, ich könnte auch mal daran knabbern.

Geräte und Werkzeug werden abgestaubt und zusammengesucht, Baupläne für Hühnerstall, Trockentrenntoilette und Steinofen besprochen, Tierrassen besichtigt und Kurse konzeptioniert – mir wird schon ganz schwindelig beim Zuschauen! Das Almteam steckt also schon mittendrin im Alm (er-) leben und ist weiterhin offen und dankbar für Anregungen; für Ideen, Vorschläge und Unterstützungen könnt ihr euch gerne jederzeit mit ihnen in Verbindung setzen.

In diesem Sinne und in guter Hoffnung auf baldigen warmen Frühling verbleibe ich mit verbindlichstem MÄää-häääää!

Eure Semmi

Die Zukunft gehört den Mutigen!

Auf der Straniger Alm tut sich etwas – und das nicht erst im Sommer!

Ihr glaubt nicht, was ich eben im Stall (ja, ich sperre meine Lauscherchen auch im Tal immer weit auf) erfahren konnte:

Heute startet das Projekt Alm (er-) leben !, mit dem das Team die Straniger Alm neu beleben will. Sie möchten traditionelles Wissen erhalten und weitergeben und streben eine umweltschonende und gesunde Art der Bewirtschaftung an.

Ab diesem Sommer wird der Besucher am Rundgang Alm (er-) leben ! inklusive Käseverkostung teilnehmen und viele große und kleine Neuheiten entdecken können: z.B. einen Steinofen, aus dem frisches Brot duftet, Kräuter- und Gemüsebeete, aus deren Ernte der Tischnachbar gerade seinen knackigen Salat serviert bekommt, hmmmm… vielleicht fällt ihm das Summen in der Luft auf, mit dem die Bienenvölker von einer Blüte zur nächsten fliegen; und nach einem erfrischenden Getränk wird ihn auch seine Neugier zu dem mobilen „Goldesel“ führen, der neuen Trockentrenntoilette, die durch getrennte Kompostierung große und kleine Geschäfte in fruchtbaren Humus und wertvollen Dünger verwandelt, ohne Trinkwasser zu verbrauchen.

All diese Veränderungen brauchen Vorbereitung – und die fängt jetzt an: mit einer Crowdfunding-Kampagne auf startnext.com/alm-er-leben

Wir alle freuen uns auf eure Unterstützung (denn wir Tiere haben ja auch einiges davon!) und belohnen sie mit vielen liebevoll gestalteten Dankeschöns! Ebenso freuen wir uns über’s Weitersagen, wo immer ihr gerade seid. Denn, wie startnext mit A. Kolping ausruft: „Die Zukunft gehört den Mutigen!“ Und wir machen den ersten Schritt! Määäh!

Immer auf dem Laufenden…

Semmi, mit Verlaub die neugierigste Ziege auf der Straniger Alm, ist immer auf dem Laufenden. Hier berichtet sie über alle Neuigkeiten von der Alm – direkt aus erster Hand.

© 2026 - Klaus Kanzian, Straniger Alm - IMPRESSUM